Montag, Juni 26, 2017
   
Text Size

Forum-Beiträge

Sonderpädagogische Diagnostik im Zwielicht

Der Fall Nenad, über den das WDR-Fernsehen am 20. 10. 2016 berichtete, stellt das System und die Praxis der sonderpädagogischen Diagnostik in Frage. Lesen Sie die Beiträge von Brigitte Schumann und Magda von Garrel. Erstaunlich und erfreulich klar nimmt der Verband Sonderpädagogik (VDS) in seiner Presse-Erklärung dazu Stellung.

Kein Elternwahlrecht auf Segregation

In seinem  "Comment No. 4" vom 2. Sept. 2016 widerspricht der UN-Fachausschuss der Verteidigung des Sonderschulsystems in Deutschland durch Bund und Länder. Ein behauptetes Elternrecht auf Wahl einer segregierenden Schule für ihre Kinder steht dem Recht des Kindes auf inklusive Bildung entgegen. 

Beitrag von Brigitte Schumann im Bildungsklick.

Deutschland legt sich quer

Bund und Länder widersprechen der Auslegung von inklusiver Bildung durch den UN-Fachaus-schuss und verteidigen das segregierte Sonderschulsystem: es sei auf dem natürlichen Recht der Eltern aufgebaut, über Erziehung und Bildung ihrer Kinder zu entscheiden. Ein alarmierender

Beitrag von Brigitte Schumann im Bildungsklick.

Kleine Gemeinschaftschulen sind konkurrenzfähig

Auch als frühere Hauptschule sowie ohne eigene Oberstufe ist die Gemeinschaftsschule mit dem Gymnasium konkurrenzfähig, stellt Joachim Lohmann fest. Sein Fazit: 
Die 6-jährige Gemeinschaftsschule ist keine Notlösung. Um gleiche Bildungschancen anzustreben, ist sie vielmehr unentbehrlich, um ein breites Angebot von Schulen des gemeinsamen Lernens in Stadtstaaten und Flächenländern sicherzustellen. Sie ist schon jetzt und erst recht in Zukunft die häufigste Form der Schulen des gemeinsamen Lernens in der Sekundarstufe I. In Verbindung mit einer zentralen berufs- als auch allgemein bildenden gymnasialen Oberstufe schafft sie ein umfassendes und überzeugendes Angebot gerade auch für die Sekundarstufe II. Der Ausbau der 6-jährigen Gemeinschaftsschule und ihre Kooperation mit dem beruflichen Gymnasium in Berufsschulzentren sind Schritte hin zu einer gemeinsamen Schule für alle sowohl in der Sekundarstufe I als auch in der Sekundarstufe II.

Zusammenführen, was zusammen gehört

Ein Plädoyer, die Ziele und Chancen des Strukturwandels nicht aus den Augen zu verlieren
von Joachim Lohmann
erschienen in: SchulVerwaltung Spezial 2/2015, S. 4 - 7.

Die UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet nicht nur zu einer inklusiven Sekundarstufe I, sondern zu einem inklusiven Bidlungssystem insgesamt, also zu einer viel weitergehenden Reform. Doch selbst die Begrenzung auf die Sekundarstufe I ist in Deutschland nicht in einem Schritt zu realisieren, der Widerstand des Gymnasiums ist zu stark. Zwischenschritte sind unter Gesamtschulanhängern umstritten. Nicht wenige befürchten, dass damit das Ziel der gemeinsamen Schule für alle aufgegeben oder unerreichbar würde.

Seite 1 von 7

Login Form