Montag, Juni 25, 2018
   
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RP: Neues aus Rheinland-Pfalz (Juni 2017)

In RP gibt es 55 IGSn, davon wurden ca. 31 seit 2008 gegründet. Insgesamt besucht ein Anteil von 10,6 % der Schüler/-innen an Allgemeinbildenden Schulen derzeit eine IGS. Die IGS in RP hat i. d. R. Vier Züge und eine Gymnasiale Oberstufe.

Alljährlich werden mehr Kinder an den bestehenden IGS angemeldet, als es Plätze gibt. 2017 wurden von den 7870 angemeldeten Kindern 5923 angenommen.

 

Dramatisch ist die Entwicklung in der Landeshauptstadt Mainz. Hier gibt es zur Zeit drei IGSn, die Nachfrage nach Gesamtschulplätzen übersteigt alljährlich das Angebot um ca. zehn Klassen. Schon vor der letzten Kommunalwahl 2009 gab es einen Beschluss für eine vierte IGS. Dieser wurde von der Ampelkoalition für die aktuelle Amtszeit bestätigt. Doch die Schulverwaltung hat bisher noch keinen Antrag bei der Schulbehörde gestellt und damit auch nicht den Entscheidungsprozess ausgelöst.

Verhinderung von IGS ist gleich Verhinderung von Inklusion

Seit nun mehr als fünf Jahren sind wir Zuschauer bei einem zynischen Schwarzer-Peter-Spiel zwischen Bildungsministerium, Schulbehörde und Kommune, in dem der Schulträger sich um die Antragstellung für eine neue IGS herumdrückt. Der Mainzer Schuldezernent (SPD) verweist zur Rechtfertigung seiner Untätigkeit auf einen Passus aus einem „Leitfaden“ zur Errichtung neuer Schulen der Schulbehörde. Danach sollen 30 % der angemeldeten Kinder aus der oberen Leistungsgruppe kommen und insinuiert, dass die Behörde die IGS nicht genehmigen werde. Die Signale aus dem Ministerium sind inzwischen ganz andere:

Im Oktober 2016 konnten wir bei einem Gespräch im Ministerium Verständnis für die Position der GGG erkennen, dass ein starres Festhalten an der 30 %-Regelung politisch unklug ist. Im Januar 2017 stand der Schuldezernent mit seiner 30 %-Regelung bei einer Podiumsdiskussion von GGG und GEW allein da. Darauf angesprochen, welche Rolle die 30 % spielen, kam von dem Vertreter der Schulbehörde die Aussage, dass das lediglich ein Kriterium unter anderen sei. Entscheidend sei doch, fügte er hinzu, dass die Stadt Mainz noch nie einen Antrag für die vierte IGS gestellt hat. Die GGG fordert deshalb erneut die sofortige Antragstellung für weitere IGSn in Mainz.

Nur die Eröffnung weiterer Integrierter Gesamtschulen ist ein Schritt in die richtige Richtung, ein Schritt zu mehr Inklusion. Am Beispiel der Debatten in Mainz wird deutlich, dass insbesondere Schulträger umdenken müssen, wenn es um eine inklusive Schule für alle Kinder geht.

WOLFGANG THIEL

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